OKTOBER 2012 (DEUTSCH)

Die Vision weitergeben

Oktober 2012

Liebe Freunde,

lassen Sie mich Ihnen von meiner Begegnung mit Julie erzählen. Julie scheint einfach alles über Pflanzen zu wissen. Eines Tages war sie in meinem Büro und bemerkte die Überreste zweier Orchideen. In meinen Augen waren sie im letzten Stadium ihres Lebens und würden bald weggeworfen werden. Sie waren eine Zeit lang schön gewesen, aber das war nun vorbei. Doch Julie sah das anders. Sie drängte mich, sie zu behalten, eines Tages würden sie blühen. Monate vergingen und die Skeptikerin in mir fragte sich, wie viel Julie wirklich über Pflanzen wusste. Stellen Sie sich die Überraschung vor, als sich allmählich ein Trieb zeigte und dann eine Knospe. Jetzt schaue ich auf eine wunderschöne Orchidee mit vier weiteren Knospen, die sich bald öffnen werden. Julie sah etwas, das ich nicht sah, weil sie etwas wusste, das ich nicht wusste.

Genauso war es mit dem, was wir kürzlich beim Europakongress in Prag erlebten. Die Heilsarmee war in manchen Ländern Mittel- und Osteuropas geächtet gewesen – leblos und ohne Form – in anderen gab es sie gar nicht. In menschlichen Augen war sie tot! Doch Gott wusste, dass da eine Armee darauf wartete, durch den trockenen Boden zu brechen, um Knospen zu treiben und zu erblühen. Als Salutisten aus anderen Teilen Europas diesen neuen Salutisten die Hände reichten und wir gemeinsam sangen „Und sie kommen von Ost, und sie kommen von West“, konnte man die Vision regelrecht greifen: Eine Armee – missionarisch im Wesen und mutig entschlossen, im Glauben voranzugehen. Wie erklären wir uns das alles? Es ist die Auferstehungskraft unseres Herrn, die nicht nur einem Einzelnen Leben bringt, sondern auch Gottes Leute als kraftvolle Zeugen erweckt. Seit 1990 hat die Heilsarmee in 13 europäischen Ländern die Arbeit aufgenommen oder wieder aufgenommen.

Auch wenn die Umstände anders und die Anlässe verschieden waren, zeigte Gott mir, wie sich Hoffnung erfüllt hatte, als ich in Ghana an der Einreihung der neuen Offiziere und den Feierlichkeiten zum 90. Jubiläum teilnahm. Man kann bei solchen Feiern nicht dabei sein, ohne zu glauben, dass der Herr seine Heilsarmee segnet und sie auch weiterhin segnen wird. Und dieses Wirken seines Geistes ist nicht nur auf dem europäischen Festland und in Afrika zu sehen. Bei unseren drei Treffen in verschiedenen Teilen der Division East Midlands (Territorium Vereinigtes Königreich mit der Republik Irland) haben wir es genauso erlebt. Salutisten spüren einen frischen Wind, ein neues Feuer. Gott, der seinen Plan hat, öffnet uns die Augen, zu sehen, was möglich ist.

Kürzlich tagte der Beratende Ausschuss der Generalin in Sunbury Court. An den drei Treffen pro Jahr nehmen jeweils die Kommandeure am Internationalen Hauptquartier sowie 12 bis 15 repräsentative Territorialleiter aus der ganzen Heilsarmeewelt teil. Unsere Sitzungsthemen sind aus der Internationalen Vision entnommen. Im September konzentrierten wir uns auf Evangelisation. Mehrere Gastredner behandelten das Thema Evangelisation auf den Gebieten Beziehungsaufbau, Kinder und Jugendliche mit dem Evangelium erreichen und Senioren evangelisieren. Die Informationen und Diskussionen waren zwar anregend, aber wir geben alle zu, dass so viel mehr nötig ist als zu reden. Evangelisation muss im Vordergrund der Heilsarmeearbeit an der Basis stehen, nicht nur für uns als Organisation, sondern auch persönlich.

Die in diesem Brief erwähnten Themen geben Anlass zu Freude und Dankbarkeit. Doch unsere Armee steht auch vor einigen sehr ernsten Herausforderungen. Die Kraft des Gebets ist nicht zu unterschätzen. Bitte und Fürbitte sind sehr wichtig. Wir brauchen Gottes Sicht der Dinge. Wir müssen seine Weisheit, seine Leitung und seine Gnade suchen. Ja, wir können dem Herrn vertrauen, der die Gegenwart und die Zukunft in seinen Händen hält. Doch das gilt nicht nur für die Heilsarmee. Das gilt für jeden von uns.

Gott segne Sie reichlich, wenn Sie in Gemeinschaft mit ihm leben, sich über alles Schöne freuen, das er schenkt, und über jede Hilfe in den Herausforderungen des Lebens.

Herzliche Grüße,

Linda Bond

Generalin

 

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